… in Wort und Bild…

„Ein Mirakel“ – (Frankreich 1796)

„Klosterscheu“
Aus: Des Knaben Wunderhorn, Bd. 1 (1359)

Gott geb ihm ein verdorben Jahr,
Der mich macht zu einer Nonnen,
Und mir den schwarzen Mantel gab,
Den weißen Rock darunter,
Soll ich ein Nönnchen werden
Dann wider meinen Willen,
So will ich auch einem Knaben jung
Seinen Kummer stillen,
Und stillt er mir den meinen nicht,
So sollt es mich verdrießen.

Der lüsterne Mönch (R. Brakenburg, 1691)

Hans Rosenplüt (15. Jhdt.)

Die gemeinen Weiber1 klagen auch an allen Orten,
ihre Weide sei viel zu mager geworden.
Die Winkelweiber und Hausmädchen
fressen täglich ab ihre Weide.
Auch klagen sie über die Klosterfrauen,
Die können so hübsch über die Schnur hauen.
Wenn sie zu Ader lassen oder baden,
So haben sie Junker Konrad geladen.

Mönch und Nonne – Holland, 1600

Anonym: „Ich sollt ein Nönnlein werden“ (1603)

Ich sollt ein Nönnlein werden,
ich hatt‘ keine Lust dazu
Ich ess nicht gerne Gerste,
wach auch nicht gerne fruh.
Gott geb dem Kläffer Unglück viel,
der mich armes Mägdelein
ins Kloster bringen will!

Im Kloster, im Kloster,
da mag ich nicht gesein,
da schneidt man mir mein Härlein ab;
bringt mir groß schwere Pein.
Gott geb dem Kläffer Unglück viel,
der mich armes Mägdelein
ins Kloster bringen will!

Und wann es kommt um Mitternacht,
schlägt man die Glocken an,
so hab ich armes Mägdelein
noch nie kein Schlaf getan.
Gott geb dem Kläffer Unglück viel,
der mich armes Mägdelein
ins Kloster bringen will!

Und wenn ich vor die Äbtissin komm,
so sieht sie mich sauer an;
viel lieber wollt ich freien
ein hübschen jungen Mann,
und der mein steter Buhle mag sein,
so wär ich armes Mägdelein
des Fastens und Betens frei.

Ade, ade, feins Klösterlein!
Ade, gehab dich wohl!
Ich weiß den Herzallerliebsten mein,
der mich erfreuen soll:
Auf ihn setz ich mein Zuversicht,
ein Nönnlein werd ich nimmer nicht
ade, feins Klösterlein!

Mönch

Georg Greflinger – „Die Weltliche Nonne“ (1651)

1. Wie muss ich meine Zeit Verschlüssen
Ich armes Kind
Ich muss von keinen Freuden wissen
Die Weltlich sind:
Wie lieber möcht‘ ich einen Knaben
Als eine graue Kappen haben.

2. Pfui diesem Kleid und Nonnen-Leben
Hinweg mit dir
Mir ist kein Nonnen-Fleisch gegeben.
Ist niemand hier
Der mich aus diesem Joch‘ ausspannt
Und meinen frischen Leib bemannt.

3. Man hat mich jung hieher getrieben
Ich war so schlecht
Dass ich nicht wüste
was das Lieben
Was link
was recht:
Nun mich die Jahre Mannbar machen
Gedenk ich auch an Mannes-Sachen.

4. Mein Denken ist in einen Orden
Da man sich küsst
Ich bin der Nonnen müde worden
Dann mich gelüst:
Ein Weib kann Gott so wohl gefallen
Als aller Nonnen-Psalter lallen.

„Der Klosterbruder“ (Carl Spitzweg, 1843)

Gotthold Ephraim Lessing – „Auf einen Brand“
Aus: Sinngedichte (1771)

Ein Hurenhaus geriet um Mitternacht in Brand.
Schnell sprang zum Löschen oder Retten
ein Dutzend Mönche von den Betten.
Wo waren die? Sie waren — bei der Hand.
Ein Hurenhaus geriet in Brand.

„Der unzüchtige Mönch“ (Narcisse Virgilio Díaz)

Ist das nicht eine goldene Zeit,
Wenn der Papst auf der Nonne reit’t?

„Der Kardinal und die Nonne“ (EgonSchiele, 1912)

One thought on “KLOSTERKUNST

  1. Sehr erbauliche Kombination von Text und Bild. Diese Kritik muss sich die Kirche schon gefallen lassen. Allerdings sollte man diese Sammlung erweitern, denn es gibt noch mehr bildende Künstler, die sich um dieses Thema bemüht haben.

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